Advanced Planning and Scheduling (APS)

Welches System passt am besten zur Charakteristik meiner Supply Chain?

Was ist APS?

Der Begriff Advanced Planning System bzw. Advanced Planning and Scheduling (APS) bezeichnet generell Softwaresysteme, die den Planer mit Hilfe moderner Planungsmodelle und IT-Verfahren bei der Lösung von Planungs- und Entscheidungsproblemen in der Produktion und Logistik, vor allem im Supply Chain Management (SCM), unterstützen.

APS-Systeme zielen darauf ab, die Schwachstellen von ERP-Systemen zu beseitigen. Dies geschieht durch eine engere Integration der Planungsmodule, eine schlüssige Planungshierarchie von der strategischen bis zur operativen Planung, eine genauere Modellierung von Restriktionen (Engpässen) in der Supply Chain und den Einsatz neuester IT-Methoden, z.B. komplett hauptspeicherbasierte Planungsmodelle.

Die Kommunikation mit den unterlagerten Enterprise Resource Planning Systemen (ERP) erfolgt derzeit in der Regel über Schnittstellen, d.h. das APS entnimmt dem ERP die notwendigen Daten, führt Simulationen und Optimierungen durch, und leitet die Ergebnisse an das ERP zurück. Gegenüber den ERP-Systemen zeichnen sich APS-Lösungen durch eine deutlich höhere Rechengeschwindigkeit bis hin zur Echtzeitverarbeitung neuer oder geänderter Daten aus.

APS im engeren Sinne beschreibt die Softwaresysteme für die operative Planung und Steuerung der Supply Chain, d.h. ausgehend von der Machbarkeitsprüfung neuer Primärbedarfe (Planbedarfe oder Kundenaufträge) über die Materialbedarfsplanung, Produktionsplanung und Kaufteildisposition bis hin zur Produktionsfeinsteuerung und Reihenfolgeoptimierung.

Abbildung 1: Supply Chain Management-Matrix: APS-Systeme bilden die informationstechnologische Basis für modernes Supply Chain Management (SCM)

Was unterscheidet APS von traditionellen ERP-Systemen?

Die auf der MRPII-Logik basierenden ERP- bzw. PPS-Systeme nehmen bei der Planung ausgehend von den Primärbedarfsterminen eine Rückwärtsterminierung der verschiedenen Prozessschritte gegen unbegrenzte Ressourcen (Kapazitäten, Material) vor. Dadurch kann es bereits bei der Einplanung neuer Primärbedarfe zu einer Terminierung in die Vergangenheit (Rückstand) oder zu nicht machbaren Plänen infolge von Kapazitätsengpässen kommen.

In einigen ERP-Systemen versucht man daher, Rückstände durch Einstellen einer Frozen Zone zu vermeiden oder rückständige Planungselemente durch eine Vorwärtsterminierung neu einzuplanen. Da dies aber nur lokal für die betroffenen Planungselemente erfolgt, wird die Synchronisation der Auftragsnetze, d.h. der Verknüpfung der Bedarfe und Bedarfsdecker über alle Fertigungsstufen, zwangsläufig zerstört.

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REDPOINT.TESEON
White Paper

Autor

Karsten Schaaf
Managing Partner