Lean Inventory Management

Bestände effektiv steuern und optimieren

1 Wie steuern Sie Ihre Bestände?

Das Thema Bestandsoptimierung ist in vielen Unternehmen ein ständiger Begleiter in der Logistik. Der Kostendruck zwingt zur Reduktion der Bestände, ohne allerdings die Verfügbarkeit gegenüber dem Kunden zu gefährden. Was jedoch sehr häufig fehlt, ist ein transparentes, regelbasiertes und integriertes Verfahren zur Festlegung von optimierten Beständen. Obwohl es Ansätze am Markt gibt, erfüllen diese jedoch zumeist nicht alle gestellten Anforderungen.

2 Der Bestandsmanager heute: Ein Jäger und Sammler

Sehr häufig erfolgt in Unternehmen die Festlegung der Bestände aufgrund von Ausnahmemeldungen oder Fehlteilelisten. Tritt eine Fehlmenge auf, so werden die Bestandsparameter „nach oben gedreht“, um diese Ausnahme für das nächste Mal zu vermeiden. Konsequenz sind häufig viel zu hohe Bestandswerte sowie Verschrottungspotenziale. Da keine klare Segmentierung des Produktspektrums nach verfügbarkeits- und bestandswertrelevanten Kriterien vorliegt, wird jeder Artikel individuell betrachtet. Typische Konsequenzen sind: • Fällt der Disponent krankheitsbedingt aus, so fehlt das notwendige Wissen, um die Produkte zu disponieren

  • Im Falle von Urlaub wird mehrere Wochen vordisponiert
  • Es entstehen „Bestandsleichen“ im Lager, die zwar im Rahmen des Bestandscontrolling entdeckt werden, allerdings dann zumeist schon deutliche Kosten verursacht haben
  • Es gibt keine Transparenz darüber, mit welchen Beständen die geforderte Verfügbarkeit erreichbar wäre. Eine Bestandsoptimierung ist daher zumeist schwierig und wenig zielgerichtet

3 Die Alternative: Bestandssteuerung statt Bestandsüberwachung

Bestandssteuerung bedeutet: aktiv Strategien und Regeln zu entwickeln, nach denen die bestandsrelevanten Dispositionsdaten für einen Artikel ermittelt werden. Der erste Schritt hierfür ist die Schaffung von Transparenz. Dies kann durch eine Segmentierung der Artikel nach verfügbarkeits- und bestandswertrelevanten Kriterien erreicht werden. Aus dieser Segmentierung lassen sich entsprechende Regeln zur Bevorratung und Planungsstrategie ableiten (Abbildung 1). So sind beispielsweise Artikel mit geringem Verfügbarkeitsrisiko und hohem Bestandsrisiko eher sinnvoll für die auftragsbezogene Fertigung, während sich Artikel mit hohem Verfügbarkeitsrisiko und geringem Bestandsrisiko gut für eine Bevorratung eignen. Artikel mit hohem Verfügbarkeitsrisiko und hohem Bestandsrisiko erfordern in der Planung und in der Disposition erhöhte Aufmerksamkeit, da eine Fehlsteuerung in beide Richtungen starke Konsequenzen hat.

Abbildung 1: Segmentierung des Artikelspektrums nach verfügbarkeits- und bestandswertrelevanten Kriterien

Im nächsten Schritt erfolgt die Optimierung der bestandsrelevanten Parameter wie:

  • Beschaffungslosgröße
  • Sicherheitsbestand
  • Meldebestand
  • Höchstbestand

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REDPOINT.TESEON
White Paper

Autor

Dr. Hans-Jürgen Poppe
Associate Partner
REDPOINT.TESEON AG